Nachruf Winfried Schlenker

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Der RDB Ahlen-Heessen trauert um sein langjähriges Mitglied

Winfried Schlenker

Winfried Schlenker wurde am 3. April 1938 als einziger Sohn von Elisabeth und Heinrich Schlenker, neben seinen beiden Schwestern Ingrid und Doris geboren. Seine Kindheit verbrachte er in der Bergmannssiedlung im Süden von Ahlen.

Nach dem Abschluss der Volksschule begann er im April 1953 eine Lehre auf der Zeche Westfalen als Berglehrling über 3 Jahre.

Nach seiner Lehrhauerzeit legte er die Hauerprüfung ab. Von 1957 bis 1959 erfolgte der Besuch der Bergvorschule in Hamm. Der Unterricht fand an allen Werktagen, nachmittags von 16 bis 20 Uhr statt, nach der verfahrenen Morgenschicht.

1962 heiratet er seine Hedel. Die Beiden blicken auf 58 glückliche Ehejahre zurück. Hedel stand ihm in allen Lebenslagen zur Seite und war das Fundament zu seinem beruflichen Wirken. Er war stolzer Vater und Großvater und stand seinen beiden Söhnen in all ihren Lebenssituationen mit Rat und vor allem Tat zur Seite.

Nach dem Besuch der Bergschule in Dortmund von 1960 bis 1962, erhielt Winfried die Befähigung zum Grubensteiger. Am 1.11.1962 wurde er als Steiger im Abbau auf der Zeche Westfalen angestellt. Nach seiner Tätigkeit als Schichtsteiger über mehrere Jahre erfolgte 1968 die Beförderung zum Abteilungssteiger. Sein weiterer Werdegang war die Beförderung 1974 zum Fahrsteiger und 1985 zum Obersteiger.

Von 1972 bis 1973 besuchte er den Betriebsführerlehrgang der Bergschule Moers, um die Befähigung zum AT-Angestellten zu erhalten

Er war Mitglied der Grubenwehr und über viele Jahre Oberführer der Wehr, ausgezeichnet mit dem silbernen und dem goldenen Verdienstorden für das Grubenrettungswesen, und dem Bundesverdienstkreuz. Unter seiner Leitung kam die Wehr zu vielen harten Einsätzen auf Westfalen und anderen Zechen. Zum Beispiel beim Brand der Vollschnittmaschine an Schacht 7 und die große Kohlenstaubexplosion auf der Braunkohlenzeche Stolzenbach in Borken, mit 51 Toten Bergleuten.

Am 1.10.1989 wurde Winfried zum Betriebsführer Abbau befördert und diese Tätigkeit übte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1994 aus. Durch sein enormes Fachwissen erreichte er sowohl bei seinen Mitarbeitern, als auch bei seinen Vorgesetzten, ein sehr hohes Ansehen. Auf seinem Berufsweg forderte und förderte Winfried eine Vielzahl von Mitarbeitern.

Winfried war über 60 Jahre Mitglied im Ring Deutscher Bergingenieure, deren Wahlspruch, Kameradschaft und Pflege der bergmännischen Tradition, hat er gelebt.

In seiner Freizeit ging er mit Hedel und seinen Arbeitskollegen und deren Frauen, an Wochenenden auf Wanderschaft.100 Wanderungen haben sie gemeinsam in gesamt Deutschland durchgeführt und dabei viel gesehen, sowie viel Spaß gehabt.

Auch in den Familienurlauben stand das Wandern in Südtirol, der Eifel und in den Weinregionen auf dem Plan. Seine beiden Söhne waren nicht immer damit einverstanden, aber er verstand es, spannende Geschichten zu erzählen, so dass die Wanderungen zur Nebensache wurden.

Beim bergmännischen Stammtisch, ein Treffen der alten Führungsmannschaft der Zeche Westfalen hat er selten gefehlt.

Seine Hobbys waren der Altbergbau in NRW, Hessen und Sachsen, die Geologie und das Sammeln von Mineralien und sein Garten. Er galt als Experte für den Strontianit Bergbau im Münsterland. Über dieses Thema hat er viele Vorträge gehalten.

Bei gemeinsamen Radtouren durch das Münsterland wurde jeder Hügel in der Landschaft überprüft, es könnte ja die Halde einer unbekannten Strotianitgrube sein.

Bei Familienfeiern und bei den Festen der Grubenwehr legte er das ein oder andere Mal seinen weichen Kern unter einer sonst harten Schale offen. Bei seinem Auftritt als Milva wusste er nicht nur die Männer zu erobern, sondern durch Gesang, Gefühl und Ausdruck die Gäste voll zu überzeugen. Milvas Lied ,,Ich habe keine Angst“ aus vielen seiner Auftritte, begleitete ihn bis zuletzt.

Auch nach bereits fortgeschrittener Krankheit ließ Winfried es sich nicht nehmen, den ein oder anderen geselligen Abend mit der Familie im örtlichen Steak-Restaurant bei einem trockenen Rotwein zu genießen.

Mein langjähriger Arbeitskollege und Freund war ein Bergmann mit viel Leidenschaft, seinen Beruf führte er mit viel Einsatz und Freude aus. Er war immer für einen Spaß oder Scherz aufgelegt. Der RDB, die Wandergruppe und der bergmännische Stammtisch, wir sind sehr traurig und werden ihn sehr vermissen.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und den Angehörigen.

Winfried zu deiner letzten Fahrt,

                                     ein letztes Glückauf

 

Nachruf von Dieter Schleifenbaum

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